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WIR MACHEN STADT „Erfurts kulturpolitische Zukunft bis 2024“ – Eine Nachlese

WIR MACHEN STADT „Erfurts kulturpolitische Zukunft bis 2024“
– Eine Nachlese

Am 20. März 2018 luden wir die Kandidierenden für das Oberbürgermeisteramt der Stadt Erfurt in das Kulturcafé Franz Mehlhose ein und beförderten die (freie) Erfurter Kultur ins Rampenlicht des Wahlkampfes. Zufrieden bedanken wir uns bei den Kandidatinnen und Kandidaten sowie den zahlreichen Gästen und natürlich bei der Franz Mehlhose. Norman Sinn changierte mit Worten und Sandruschka illustrierte mit Feinsinn durch den Abend. Danke auch dafür. 

Der Einladung auf die Bühne folgten:
Amtierender Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD)
Herausforderer: Marion Walsmann (CDU), Karola Stange (DIE LINKE), Alexander Thumfart (Bündnis 90/ DIE GRÜNEN), Daniel Stassny (Freie Wähler/Piraten) und Sebastian Perdelwitz (Wählerinititative Mehrwertstadt)

Rund 200 Gäste verfolgten, wie den OB-Kandidierenden – humorig aber ernstlich – auf den kulturellen Zahn gefühlt wurde. Zunächst grübelten sich die Filzstifte der Eingeladenen über weißes Papier und es wurde geschätzt und gerechnet zur Kulturszene Erfurts. Dass wollten wir u.a. wissen: Wie viele eingetragene Kulturvereine gibt es in Erfurt? Antwort: 312. Wie viele sogenannte Brandwände wurden durch das Wandmalereiprojekt OQ-PAINT gestaltet? Antwort: 5. Wie viele Musiker haben sich 2017 an der fete de la musique beteiligt? Antwort: 253. Oder wie viele ehrenamtliche Stunden leisteten die Akteure des Kulturkessel e.V. in dem von 2016-2017 existierenden Brachflächenprojekt „WirGarten“? Antwort: 8382 Stunden.
Die Schätzfragen sahen wir als Einladung an die Gäste auf und vor der Bühne, sich mit den Fakten der freien Kulturszene in Erfurt vertrauter zu machen.

Im Anschluss drehte sich das Glücksrad schwindelig (Dank enthusiastischer Glücksfee aus dem Publikum) und entschied per Zufall, welche kulturpolitische Frage von wem beantwortet werden musste. Vorbereitet hatten wir über 30 Anliegen, die auf Papier eingerollt an der Drehscheibe angebracht waren. Am Ende dieses Beitrages sind alle vorbereiteten Fragen aufgeführt.
In den Wochen vor der Veranstaltung riefen wir alle Kulturinteressierten und Akteure dazu auf, Themen und Fragen für die OB-Kandidierenden bei der SKV einzureichen. 13 konnten schließlich an dem Abend gestellt und mal zureichend, mal unzureichend, mal optimistisch, mal zurückhaltend, mal en détail, mal vage beantwortet werden.
Es ist alles aufgezeichnet. 
Auch reine (rote) Lippenbekenntnisse werden von der SKV nach der Wahl auf ihre reale Umsetzung abgeklopft. Unter dem hashtag #drehamrad werden wir auch zukünftig auf die Belange der (freien) Kulturszene aufmerksam machen. Zugleich fordern wir alle Kulturinteressierten und Akteure dazu auf, sich aktiv zu zeigen: Ob als engagierter Teil innerhalb der SKV oder als Kulturakteur, mit mutigen Ideen, mit Unermüdlichkeit und mit Netzwerkfreude.

Im dritten Teil des Abends dachten sich die Kandidierenden in ein fiktives Szenario ein, dass wir ihnen einige Tage zuvor per Mail zu kommen ließen. Darin lobt die Kulturstiftung des Bundes einen Städtepreis aus, für den sich das Oberhaupt der Stadt Erfurt stellvertretend bewirbt. Den Preis erhalten Städte, die in besonderem Maße Netzwerkarbeit innerhalb der lokalen Kulturszene leisten. Die Kandidierenden waren also dazu aufgefordert, zu erklären, warum die Kulturstrategie der Stadt Erfurt preiswürdig sei und mit welchen konkreten Projekten und etablierten Strukturen sie die Jury der Bundeskulturstiftung überzeugen will. Unterschiedlich engagiert bestritten die Kandidierenden ihre letzte Aufgabe. Wesentlich für uns war, die Kandidierenden zu einer konkreten Visionenarbeit anzuregen und den Fokus auf den Wert von kultureller Netzwerkarbeit zu legen – In der Hoffnung, dass Fiktion ein Wegbereiter für eine veränderte Kulturpolitik und eine kulturfreundlichere Verwaltung sein kann.

Frustpunkte des Abends: Der FDP Kandidat, Marko Enke, der 30 Minuten vor der Veranstaltung absagte; heißblütige Fragen aus dem Publikum, die erst im informellen Teil des Abends an die Kandidierenden gestellt wurden konnten; die Lokalpresse, die trotz Anwesenheit nicht über den Abend berichtete sowie ein Fahrradsattel, der vor der Mehlhose vom angeschnallten Fahrrad entwendet wurde.

Lustpunkte des Abends: Das „Du“, dass Norman Sinn unter den Kandidierenden etablierte; inspirierendes Liveillustrieren durch SANDRUSCHKA (und nun unser Versuch, diese aussagekräftigen Bilder im städtischen Raum unterzubringen…haltet die Augen offen); Willensbekundungen im Sinne einer wachsenden Kulturförderung (200.000 – 300.000 EURO allein für die Freie Szene wurden angepriesen), die uns die Ohren freudig schlackern ließen; hunderte Kulturinteressierte, die allein durch ihre Präsens, dem zukünftigen Oberhaupt der Stadt verdeutlichten, dass es in der nächsten Wahlperiode um die Kultur nicht mehr herum kommt; eine worldwide Übertragung der Veranstaltung ins Internet.

Die Veranstaltung zum Nachsehen
Die Veranstaltung zum Nachhören

Wir machen Stadt III „Kulturnetzwerk Dresden“

Veranstaltungsreihe: Wir machen Stadt III

Netzwerk Kultur Dresden

Am 11.11.16  hatten wir zur dritten Veranstaltung der „Wir machen Stadt“ Reihe das „Netzwerk Kultur Dresden“ zu Gast. Es bündelt und vertritt die Interessen von über 60 spartenübergreifenden Kulturinstitutionen und – initiativen und fördert die kulturelle Vielfalt der sächsischen Landeshauptstadt.
Die Journalistin und kulturelle Impulsgeberin des Netzwerkes, Jana Betscher, berichtete von der Gründungszeit 2014, teilte uns die Werte und Ziele der Plattform mit und beschrieb deren organisatorische Struktur.
Wie auch schon bei den letzten beiden Veranstaltungen, konnten wir wieder viele Parallelen feststellen und viele neue Ansätze mitnehmen.

Wir machen Stadt II „Kultur braucht eine Lobby!

Veranstaltungsreihe: Wir machen Stadt Teil 2:

Kultur braucht eine Lobby!

Am 7. Oktober ab 19 Uhr lud die Kulturrauminitiative zur zweiten Veranstaltung der Vortragsreihe Wir machen Stadt in das Radio F.R.E.I, in der Gotthardtstraße 21, ein. Die zweite Veranstaltung stand unter dem Motto Kultur braucht eine Lobbydenn Kristina, Elias und André von der Potsdamer Kulturlobby zu Gast waren. Zusammen mit anderen Potsdamer*innen versuchten sie die Kultur- und Kreativ­schaffenden ihrer Stadt zu vernetzen und für die bessere Anerkennung und Förderung der freien Kulturszene zu streiten. Sie erzählten uns, wie sie sich gegründet haben, was ihr Antrieb ist und in welchen Strukturen sie arbeiten.  Daran schließt sich ein Erfahrungsaustausch an, um auszuloten, was Erfurt in Sachen Mitgestaltung und kultureller Selbstvertretung lernen kann!